how_to_transfer_a_virtual_hdd_to_a_real_one(37) Sprache: Deutsch


Eine virtuelle Festplatte auf eine reale übertragen

Beschreibung

Beim Ma_Sys.ma trat letztens das Problem auf, dass eine virtuelle Windows XP Service Pack 3 Installation auf ein vorhandenes Notebook übertragen werden sollte. Erschwerden kommt hinzu, dass die virtuelle Maschine auf einem anderen Computer vorlag.

Im tatsächlichen Anwendungsfall stellte sich leider heraus, dass das Windows XP Setup auf dem Laptop die Festplatte nicht erkannte, was alle Bemühungen zu Nichte machte: Also sollte man dies vorher testen. Dabei reicht es, wenn man bis zur Fetsplattenpartitionierung kommt.

Weitere Voraussetzung ist es, dass das Virtualisierungsprogramm das einbinden physikalischer Festplatten in die virtuelle Maschine ermöglicht. Der virtuelle Computer muss außerdem zunächst heruntergefahren werden.

Um diesen Trick nachzuvollziehen, sollte man zumindest Linux und Windows Basiskentnisse (insbesondere auf der Konsole) haben.

Wenn man das gecheckt hat, kann es los gehen:

Idee
Es soll mit dem Linux Programm dd die virtuelle auf die reale Festplatte kopiert werden. Dazu wird Linux von einer virtuellen DVD im virtuellen Computer gestartet, in den die reale Festplatte eingebaut wurde.
  1. Zunächst sollte man auf dem Laptop alle wichtigen Daten sichern. Dann gilt es, die Festplatte auszubauen, was im konkreten Anwendungsfall relativ leicht gelang.
  2. Die Festplatte ist an den Computer mit der virtuellen Maschine anzuschließen. Man sollte jetzt, mit einem Werkzeug wie GParted die Laptop Festplatte formatieren. Am besten mit dem gleichen Dateisystem, welches auch das virtuelle System hat – es sollte allerdings auch mit einem anderen Datisystem gehen.
  3. Nun sollte man die Festplatte in der virtuellen Maschine einbauen. Es ist hilfreich zu testen, ob sie dort erkannt wird und eventuell im virtuellen Betriebssystem nachzusehen, dieses aber danach wieder herunterzufahren.
  4. Jetzt sollte man in die virtuelle Maschine eine MDVL DVD einlegen, dabei eignet sich ein ISO-Image hervorragend, weil dieses deutlich schneller startet, als eine tatsächliche DVD.
  5. Der virtuelle Computer, der nun zwei Festplatten und eine MDVL DVD enthält, sollte nun von der DVD bzw. dem Image gestartet werden. Dann gilt es, im virtuellen live Linux herauszufinden, welche Festplatte die Zielfestplatte und welche die Quellfestplatte ist. Dazu ist eine grafische Oberfläche nicht unbedingt nötig, aber auch nicht hinderlich. Hilfreich sind dabei die Kommandos sudo -s, mit dem man zunächst Root Rechte bekommt, dann mount [device] um eine Festplatte zu mounten (z. B. unter /mnt). Mit ls kann dann überprüft werden, welche Dateien sich auf der jeweiligen Festplatte befinden. Wichtig: Man sollte sich absolut sicher sein, welche die reale und welche die virtuelle Festplatte ist – es drohen sonst Datenverluste im virtuellen Betriebssystem!
  6. Als nächstes muss man die Festplatten wieder unmounten (auch im tatsächlichen System, das den virtuellen Computer beherbergt – hier sollte das aber schon vorher passiert sein).
  7. Dann gilt es das Kommando dd if=ORGINAL of=ZIEL auszuführen. Dabei muss ORGINAL die virtuelle Festplatte (z. B. /dev/sda) und ZIEL die Laptop Festplatte (z. B. /dev/sdb) sein. Wichtig: Hier werden nicht Partitionen (wie /dev/sda1) kopiert, sondern ganze Festplatteninhalte – inklusive allem!
  8. Die Ausführung des Kommandos kann eine ganze Weile dauern, sollte aber irgendwann fertig sein. Wenn man die Laptop Festplatte über einen Adapter angeschlossen hat, sollte man sehen, dass dort kontinuierlich Daten geschrieben werden.
  9. Als nächstes muss der virtuelle Computer heruntergefahren und die Festplatte wieder in dne Laptop eingebaut werden.
  10. Dann muss man den Laptop von einer Windows XP Setup CD starten und die Reparaturinstallation auswählen. In der Praxis ist das Ma_Sys.ma an diesem Schritt gescheitert – alles weitere ist also Spekulation.
  11. Nach der Reparaturinstallation ist unter Umständen eine weitere Aktivierung nötig, Windows XP sollte dann aber auf dem Laptop laufen.
Was nützt uns dieser Trick
Außer im beschriebenen Szenario, nützt dieser Trick auch noch unter anderen Umständen: Man kann z. B. so auch aus einer realen eine virtuelle Festplatte machen. dd eignet sich noch für viele Weitere 1:1 Kopieraktionen. Deshalb ist dieser Trick vielseitig anwendbar.

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