minecraft(36) Sprache: Deutsch


Minecraft

----------------------------------------------------------------------[ Meta ]--

name		minecraft
section		36
description	Minecraft
tags		games
encoding	utf8
compliance	public
lang		de
attachments	main.png crafting.png
creation	2014/08/12 01:17:03
version		1.0.0.0
copyright	Copyright (c) 2014 Ma_Sys.ma.
		For further info send an e-mail to Ma_Sys.ma@web.de.

--------------------------------------------------------------[ Beschreibung ]--

Minecraft ist ein ziemlich "`gehyptes"' Spiel, welches den Spieler auffordert,
seine Kreativität einzusetzten und keine richtige Story enthält. Ebensowenig
gibt es eine Anleitung -- auch die Hinweise, wie sich bestimmte Dinge
bewerkstelligen lassen sind nicht zu gebrauchen -- man ist auf das Internet
angewiesen.

Die meisten Befragten fanden das Spiel entweder total cool oder richtig
schlecht -- es gibt nur wenige, welche eine "`mittelmäßige"' Meinung haben.

Das Spiel ist in Java geschrieben und läuft damit auf allen gängigen
Plattformen -- dadurch sind aber auch die Prozessor- und Speicheranforderungen
für den Computer entsprechend hoch. Beim Laptop von einem Freund (Windows Vista,
3 GB RAM, Dual Core) ruckelte das Spiel teilweise merklich, wärend es auf dem
Testsystem (Ubuntu, 6 GB Ram, Quad Core) problemlos und ruckelfrei lief, sich
aber 2 GB Arbeitsspeicher genehmigte. Die Steuerung lässt sich leider nur
bedingt umstellen -- man muss die Kamera mit der Maus bewegen. Den Rest kann man
relativ frei einstellen.

Dieser Testbericht behandelt nur den sogenannten "`Survival Mode"' bei dem man
versuchen muss, sich in einem selbst errichteten Haus einzubunkern, damit einen
Nachts keine Zombies erwischen. Es gibt auch noch den "`Creative Mode"' in dem
man umbegrenzte Ressourcen hat und einfach nur drauf-los bauen kann. Daher nennt
sich das Spiel auch selbst "`Sandkastenspiel"'.

Die ganze Welt von Minecraft kann vom Spieler komplett frei bearbeitet werden.
Deshalb besteht die komplette Welt einfschließlich aller Flüssigkeiten,
allerdings ausgenommen die Tiere und Items aus "`Blöcken"'. Ein Block kann
verschiedene Eigenschaften haben, aber die wohl wichtigste ist die Unabhängikeit
von der Gravitation. Außer einigen wenigen Blöcken (wie z.\,B. Sand und Kies)
bleiben Blöcke immer an Ort und Stelle -- auch wenn man ihnen alle Stützen
entfernt. Dadurch lassen sich z.\,B. auch schwebende Wohnungen realsieren, was
natürlich in sofern nutzlos ist, als dass man dann nicht rein und raus kann,
ohne sich eine Treppe zu bauen, die die Sicherheit eines solchen Gebildes stark
einschränkt. Einen kleinen Blick auf die Minecraft Welt bietet der Screenshot
unten. Es ist deutlich sichtbar, dass dort Bäume schweben, deren Stamm unten
abgebaut wurde, um die wertvollen Holzblöcke zu bekommen. Man kann auch
erkennen, dass das Spiel standardmäßig in einem relativ kleinen Fenster läuft.
Der Vollbildmodus [F11] vergrößert nur die Blocks.

{\img{main.png}{Die Minecraft Welt}}

Dafür ist der Bau von Festungen in einen Berg hinein ebensogut möglich, wie eine
komplett unter Wasser liegende Festung. Beides wurde vom Ma_Sys.ma auch
ausprobiert und zeigte zunächst keine problematischen Folgen.

Ein Grundbestandteil neben des Blockdesigns ist auch das "`Craften"'. Dabei
werden Rohstoffe speziell in einem 3x3 bzw. am Anfang 2x2 Gitter angeordnet,
damit daraus ein Werkzeug oder ein Baumaterial wird. Man kann selbstverständlich
auch direkt mit den Blöcken bauen, bei den allermeisten bekommt man sogar den
Block eins zu eins wieder zurück, wenn man ihn abreißt. Wenn man also eine Höhle
ausgräbt bekommt man Steine, die man dann zur Verstärkung der eigenen Festung
einsetzen kann.

{\img{crafting.png}{Crafting: Aus Sticks und Cobblestone wird eine Spitzhacke}}

Auch den Zustand der Spielfigur muss man im Auge behalten: Sie benötigt Essen,
welches man in Form von Schweinen und Hühnern entweder jagen oder in Form von
Weizen (welches man zu Brot "`Craften"' kann) anbauen kann.

Trotz der prinzipbedingt einfachen, aber überall durchgehaltenen, Grafik hat das
Spiel eine große Komplexität und kann (insbesondere, wenn man den Sound
aktiviert) sehr unheimlich werden. Minen wollen erforscht werden, stecken aber
voller Monster, darunter auch Bogenschützen und explodierende Zombies, die einem
nicht selten den Eingang zur eigenen Festung aufsprengen und angreifen -- ohne
Rüstung stirbt man bei ihrer Explosion sofort. Mit "`Redstone Circuits"' lassen
sich logische Schaltkreise bauen, Wikis zeigen den Bau eines einducksvollen XOR
Gatters mit Hilfe von Minecraft Blocks. Auch andere logische Schaltungen lassen
sich realisieren: Sogar ein Rechner wäre dadruch denkbar.

Andererseits wird das Spiel (zumindest im getesteten "`Survival Mode"') mit der
Zeit etwas eintönig, da es sehr viel Zeit kosten würde, sich in das komplexe
Thema das Fallen stellens und "`Redstone Circuits"' bauen einzuarbeiten.
Minecraft macht (besonders am Anfang) aber duch diese Komplexität auch später
noch leicht süchtig, insbesondere auch auf schnellen Computern, die die
komplexer werdende Welt im Speicher behalten können.

Wenn man aber schon mal mit dem Descent Level Editor gearbeitet hat, scheinen
einem die dort vorhandenen Möglichkeiten sehr klein und unglaublich primitiv,
zeitaufwändig und ungenau. Dann findet man den "`Creative Mode"' nur einen
Billig Level Editor für Anfänger, die zu viel Zeit haben. An Limits wie die 3000
Flächen pro Raum ist man dann zwar nicht gebunden, hat aber für Schrägen, coole
Türen und Beinahe-Rundungen keine Möglichkeiten. Die Texturen von Minecraft
lassen sich zwar austauschen, aber hohe Texturkomplexität wird mit der Zeit
extrem rechenaufwändig. Wenn man das Maximum aus der Spielgrafik herausholen
will, kommt man nicht weit. Für Viele ist dies aber ein problemlos in Kauf zu
nehmender Nachteil.

Die schnellen Wechsel zwischen Tag und Nacht machen es schwer, an teilweise
dringend benötigte Rohstoffe zu kommen, weil diese eventuell weit entfernt
liegen. Einige lassen sich zwar substituieren, wenn man aber eine Rüstung
benötigt, um gegen Monster zu bestehen und man dazu Stahl braucht, welcher in
Minen zu finden ist, in denen es von Monstern nur so wimmelt, kommt schnell
Frust auf -- man bräuchte dringend Leder aber leider finden sich nirgendwo
Kühe... oder doch?

Zusätzlich ist auch die Art des Spieles interessant: Man ist eigentlich nicht
da, um zu kämpfen, sondern versucht sich in einer Festung zu verschanzen. Anders
als bei Tower-Defense Spielen ist hier aber zunächst eine hohe Passivität
gegeben. Schließlich gibt es extra einen Bett-Block, auf dem man die Nacht
überspringen kann und das Fallen Bauen lernt man (wenn überhaupt) erst eher
spät.

Abschließend hinterlässt Minecraft, anders als es einem alle "`extrem gut"' oder
"`extrem schlecht"' propagierenden Leute weismachen wollen, einen durchwachsenen
Eindruck: Die Idee ist sehr interessant und das ungewohnte Spielkonzept macht
(zumindest im Ma_Sys.ma Test) sofort Spaß, ist nicht brutal und dadurch ein
Gegenbeispiel zu der Idee, dass alle guten Spiele "`verboten"' (im Sinne von ab
18 oder zumindest sehr brutal) sind. Dennoch hat es große Nachteile, die sich
insbesondere dann zeigen, wenn man Besseres kennt: Leute, die schonmal einen
Level Editor oder ein 3D Modellierprogramm (Blender) genutzt haben, werden die
Primitivität schon beinahe als Beleidigung auffassen. Andererseits gibt es durch
das universelle, leicht zu lernende "`Format"' gute Vergleichs- und
Angebemöglichkeiten: "`Schau mal, ich habe diesen langen und acht Felder breiten
Tunnel 32 Blocks in den Berg gebaut."' Jeder, der das Spiel schon mal gespielt
hat, weiß dass solche Aktionen einige Zeit dauern und nicht wenige werden
denjenigen bewundern, der das gemacht hat. Man benötigt keine besonderen
Fähigkeiten, sondern nur Zeit und eine gute Internetleitung (fürs Wiki, um
nachzulesen, wie man bestimmte Dinge "`craftet"'), um die beeindruckensten
Festungen zu bauen mit denen man untereinander angeben kann.

Wer ein Descent Level gemacht hat, kann darüber nur lächeln und dem Angeber
sagen, dass es keine zwei Minuten dauert, einen solchen Gang als Descent Level
zu bauen.

Wie warscheinlich jeder unprofessionelle Test dieses Spieles, ist dieser von
persönlichen Erfahrungen gefärbt und daher nur bedingt für eine Kaufentscheidung
nutzbar. Es empfiehlt sich, die Möglichkeiten einfach mal über Wikis im Internet
nachzulesen oder sich das Spiel von Freunden (mit der jeweiligen Begeisterung
derer) zeigen zu lassen. Die meisten werden einen "`auch mal kurz"' dranlassen
und entweder hört man nach dem ersten Block auf, oder man bleibt drei weitere
Stunden sitzen, bis der Freund auf die Uhrzeit hinweist oder man
unglücklicherweise in der Nacht stirbt, weil man in ein Monster rennt oder zu
lange draußen bleibt.


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