minecraft(36) Sprache: Deutsch


Minecraft

Beschreibung

Minecraft ist ein ziemlich gehyptes Spiel, welches den Spieler auffordert, seine Kreativität einzusetzten und keine richtige Story enthält. Ebensowenig gibt es eine Anleitung – auch die Hinweise, wie sich bestimmte Dinge bewerkstelligen lassen sind nicht zu gebrauchen – man ist auf das Internet angewiesen.

Die meisten Befragten fanden das Spiel entweder total cool oder richtig schlecht – es gibt nur wenige, welche eine mittelmäßige Meinung haben.

Das Spiel ist in Java geschrieben und läuft damit auf allen gängigen Plattformen – dadurch sind aber auch die Prozessor- und Speicheranforderungen für den Computer entsprechend hoch. Beim Laptop von einem Freund (Windows Vista, 3 GB RAM, Dual Core) ruckelte das Spiel teilweise merklich, wärend es auf dem Testsystem (Ubuntu, 6 GB Ram, Quad Core) problemlos und ruckelfrei lief, sich aber 2 GB Arbeitsspeicher genehmigte. Die Steuerung lässt sich leider nur bedingt umstellen – man muss die Kamera mit der Maus bewegen. Den Rest kann man relativ frei einstellen.

Dieser Testbericht behandelt nur den sogenannten Survival Mode bei dem man versuchen muss, sich in einem selbst errichteten Haus einzubunkern, damit einen Nachts keine Zombies erwischen. Es gibt auch noch den Creative Mode in dem man umbegrenzte Ressourcen hat und einfach nur drauf-los bauen kann. Daher nennt sich das Spiel auch selbst Sandkastenspiel.

Die ganze Welt von Minecraft kann vom Spieler komplett frei bearbeitet werden. Deshalb besteht die komplette Welt einfschließlich aller Flüssigkeiten, allerdings ausgenommen die Tiere und Items aus Blöcken. Ein Block kann verschiedene Eigenschaften haben, aber die wohl wichtigste ist die Unabhängikeit von der Gravitation. Außer einigen wenigen Blöcken (wie z. B. Sand und Kies) bleiben Blöcke immer an Ort und Stelle – auch wenn man ihnen alle Stützen entfernt. Dadurch lassen sich z. B. auch schwebende Wohnungen realsieren, was natürlich in sofern nutzlos ist, als dass man dann nicht rein und raus kann, ohne sich eine Treppe zu bauen, die die Sicherheit eines solchen Gebildes stark einschränkt. Einen kleinen Blick auf die Minecraft Welt bietet der Screenshot unten. Es ist deutlich sichtbar, dass dort Bäume schweben, deren Stamm unten abgebaut wurde, um die wertvollen Holzblöcke zu bekommen. Man kann auch erkennen, dass das Spiel standardmäßig in einem relativ kleinen Fenster läuft. Der Vollbildmodus F11 vergrößert nur die Blocks.

Die Minecraft Welt
Die Minecraft Welt

Dafür ist der Bau von Festungen in einen Berg hinein ebensogut möglich, wie eine komplett unter Wasser liegende Festung. Beides wurde vom Ma_Sys.ma auch ausprobiert und zeigte zunächst keine problematischen Folgen.

Ein Grundbestandteil neben des Blockdesigns ist auch das Craften. Dabei werden Rohstoffe speziell in einem 3x3 bzw. am Anfang 2x2 Gitter angeordnet, damit daraus ein Werkzeug oder ein Baumaterial wird. Man kann selbstverständlich auch direkt mit den Blöcken bauen, bei den allermeisten bekommt man sogar den Block eins zu eins wieder zurück, wenn man ihn abreißt. Wenn man also eine Höhle ausgräbt bekommt man Steine, die man dann zur Verstärkung der eigenen Festung einsetzen kann.

Crafting: Aus Sticks und Cobblestone wird eine Spitzhacke
Crafting: Aus Sticks und Cobblestone wird eine Spitzhacke

Auch den Zustand der Spielfigur muss man im Auge behalten: Sie benötigt Essen, welches man in Form von Schweinen und Hühnern entweder jagen oder in Form von Weizen (welches man zu Brot Craften kann) anbauen kann.

Trotz der prinzipbedingt einfachen, aber überall durchgehaltenen, Grafik hat das Spiel eine große Komplexität und kann (insbesondere, wenn man den Sound aktiviert) sehr unheimlich werden. Minen wollen erforscht werden, stecken aber voller Monster, darunter auch Bogenschützen und explodierende Zombies, die einem nicht selten den Eingang zur eigenen Festung aufsprengen und angreifen – ohne Rüstung stirbt man bei ihrer Explosion sofort. Mit Redstone Circuits lassen sich logische Schaltkreise bauen, Wikis zeigen den Bau eines einducksvollen XOR Gatters mit Hilfe von Minecraft Blocks. Auch andere logische Schaltungen lassen sich realisieren: Sogar ein Rechner wäre dadruch denkbar.

Andererseits wird das Spiel (zumindest im getesteten Survival Mode) mit der Zeit etwas eintönig, da es sehr viel Zeit kosten würde, sich in das komplexe Thema das Fallen stellens und Redstone Circuits bauen einzuarbeiten. Minecraft macht (besonders am Anfang) aber duch diese Komplexität auch später noch leicht süchtig, insbesondere auch auf schnellen Computern, die die komplexer werdende Welt im Speicher behalten können.

Wenn man aber schon mal mit dem Descent Level Editor gearbeitet hat, scheinen einem die dort vorhandenen Möglichkeiten sehr klein und unglaublich primitiv, zeitaufwändig und ungenau. Dann findet man den Creative Mode nur einen Billig Level Editor für Anfänger, die zu viel Zeit haben. An Limits wie die 3000 Flächen pro Raum ist man dann zwar nicht gebunden, hat aber für Schrägen, coole Türen und Beinahe-Rundungen keine Möglichkeiten. Die Texturen von Minecraft lassen sich zwar austauschen, aber hohe Texturkomplexität wird mit der Zeit extrem rechenaufwändig. Wenn man das Maximum aus der Spielgrafik herausholen will, kommt man nicht weit. Für Viele ist dies aber ein problemlos in Kauf zu nehmender Nachteil.

Die schnellen Wechsel zwischen Tag und Nacht machen es schwer, an teilweise dringend benötigte Rohstoffe zu kommen, weil diese eventuell weit entfernt liegen. Einige lassen sich zwar substituieren, wenn man aber eine Rüstung benötigt, um gegen Monster zu bestehen und man dazu Stahl braucht, welcher in Minen zu finden ist, in denen es von Monstern nur so wimmelt, kommt schnell Frust auf – man bräuchte dringend Leder aber leider finden sich nirgendwo Kühe... oder doch?

Zusätzlich ist auch die Art des Spieles interessant: Man ist eigentlich nicht da, um zu kämpfen, sondern versucht sich in einer Festung zu verschanzen. Anders als bei Tower-Defense Spielen ist hier aber zunächst eine hohe Passivität gegeben. Schließlich gibt es extra einen Bett-Block, auf dem man die Nacht überspringen kann und das Fallen Bauen lernt man (wenn überhaupt) erst eher spät.

Abschließend hinterlässt Minecraft, anders als es einem alle extrem gut oder extrem schlecht propagierenden Leute weismachen wollen, einen durchwachsenen Eindruck: Die Idee ist sehr interessant und das ungewohnte Spielkonzept macht (zumindest im Ma_Sys.ma Test) sofort Spaß, ist nicht brutal und dadurch ein Gegenbeispiel zu der Idee, dass alle guten Spiele verboten (im Sinne von ab 18 oder zumindest sehr brutal) sind. Dennoch hat es große Nachteile, die sich insbesondere dann zeigen, wenn man Besseres kennt: Leute, die schonmal einen Level Editor oder ein 3D Modellierprogramm (Blender) genutzt haben, werden die Primitivität schon beinahe als Beleidigung auffassen. Andererseits gibt es durch das universelle, leicht zu lernende Format gute Vergleichs- und Angebemöglichkeiten: Schau mal, ich habe diesen langen und acht Felder breiten Tunnel 32 Blocks in den Berg gebaut. Jeder, der das Spiel schon mal gespielt hat, weiß dass solche Aktionen einige Zeit dauern und nicht wenige werden denjenigen bewundern, der das gemacht hat. Man benötigt keine besonderen Fähigkeiten, sondern nur Zeit und eine gute Internetleitung (fürs Wiki, um nachzulesen, wie man bestimmte Dinge craftet), um die beeindruckensten Festungen zu bauen mit denen man untereinander angeben kann.

Wer ein Descent Level gemacht hat, kann darüber nur lächeln und dem Angeber sagen, dass es keine zwei Minuten dauert, einen solchen Gang als Descent Level zu bauen.

Wie warscheinlich jeder unprofessionelle Test dieses Spieles, ist dieser von persönlichen Erfahrungen gefärbt und daher nur bedingt für eine Kaufentscheidung nutzbar. Es empfiehlt sich, die Möglichkeiten einfach mal über Wikis im Internet nachzulesen oder sich das Spiel von Freunden (mit der jeweiligen Begeisterung derer) zeigen zu lassen. Die meisten werden einen auch mal kurz dranlassen und entweder hört man nach dem ersten Block auf, oder man bleibt drei weitere Stunden sitzen, bis der Freund auf die Uhrzeit hinweist oder man unglücklicherweise in der Nacht stirbt, weil man in ein Monster rennt oder zu lange draußen bleibt.


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