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MDVL Entwicklunsgeschichte

Ursprung

Ursprünglich wurde beim Ma_Sys.ma ständig zwischen diesen Betriebssystemen gewechselt:

  • Ubuntu i386
  • Windows XP

Dabei waren manchmal beide Systeme gleichzeitig installiert, manchmal nur eines und hin und wieder wurden auch andere Linuxssysteme wie Sidux (heute Aptosid) oder Open Suse kurzzeitig verwendet.

Der Aufwand, alle benötigten Programme immer wieder zu installieren, wuchs jedoch, weshalb die Wechsel mit der Zeit langsamer wurden und schließlich Ubuntu als alleiniges Hauptsystem verwendet wurde.

Xubuntu

Das vom Ma_Sys.ma verwendete Ubuntu war im Wesentlichen ein Ubuntu mit einigen zusätzlich installierten Paketen und eigenen Einstellungen. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass man mit anderen Fenstersystemen die gleichen Funktionen für weniger Arbeitsspeicher erhält, sodass zur Variante Xubuntu (Ubuntu + XFCE) gewechselt wurde. Fluxbuntu (Ubuntu + Fluxbox) wurde kurz getestet, dann wurde jedoch wieder Xubuntu eingesetzt.

Versuche, Einstellungen vollständig zu sichern, sodass man sie nach einer Neuinstallation wiederherstellen konnte, führten schließlich dazu, dass das Ma_Sys.ma Remastersys (vgl. https://en.wikipedia.org/wiki/Remastersys) einsetzte. Damit konnte eine Xubuntu-Live DVD erstellt werden, die alle Ma_Sys.ma Änderungen enthielt. Diese wurden unter /etc/ma und /etc/skel gespeichert.

LXDE und Fluxbox

Mit dem Wissen, dass es noch leichtgewichtigere Fenstersysteme als XFCE gibt, wurde zunächst für längere Zeit zu LXDE und dann zu Fluxbox gewechselt. Anfangs blieb dabei das System dennoch ein Xubuntu, obwohl die Besonderheit von Xubuntu (nämlich XFCE) jetzt nicht mehr verwendet wurde.

Ubuntu

Der Live-DVD basierende Ansatz mit Remastersys hatte einen gavierenden Nachteil: Nach und nach sammelten sich allerlei Programme an, die einmal installiert und dann nicht mehr benötigt wurden. Viele Einstellungen gingen in Vergessenheit, sodass eine neue Idee entwickelt wurde: Es sollte ein Script geben, mit dem man alle benötigten Pakete automatisch installieren und alle gesonderten Einstellungen automatisieren können sollte. Ein solches Script stellte sich jedoch als unwartbar heraus, weil man zum Testen immer eine neue Ubuntu-Installation benötigte und weil man nie vergessen durfte, Änderungen auch in das Script zu übertragen. Entsprechend wurde das Script trotz zweier Anläufe nie fertiggestellt.

Um das Problem dennoch anzugehen, wurde das System auf Basis von Ubuntu neuinstaliert. Dabei blieben weiterhin einige XFCE Programme wie Leafpad oder Thunar im Einsatz und die voreingestellte Gnome-Oberfläche von Ubuntu blieb als Alternative installiert. Weil sich unter /etc/ma nicht nur Einstellungen, sondern auch Programme befanden, wurde es in /opt/ma umbenannt.

MDVL

Mit der neuen Ubuntu-basierenden Live-DVD wurde das System erstmals MDVL genannt. MDVL stand für Ma_Sys.ma Development Linux (später Ma_Sys.ma Developer Linux) und enthielt alle nützlichen Ma_Sys.ma Programme und eine gute Paketauswahl für den Alltagseinsatz.

Programmübersicht

In diesem Abschnitt werden die zentralen nicht-Ma_Sys.ma Programme aus MDVL beschrieben. Dabei wurden im Laufe der neueren Versionen nur geringe Änderungen vorgenommen, weshalb diese Beschreibung in weiten Teilen heute noch gilt.

MDVL setzte auf Fluxbox als Fenstersystem und nutzte Firefox als Webbrowser und Thunderbird als E-Mail Client. Zum Schreiben von Texten, konnten OpenOffice.org und LaTeX verwendet werden. Zum Programmieren waren VIM, jEdit und Eclipse mit an Bord. Für Bildbearbeitung, war das GIMP installiert, Musik und Videos konnten mit VLC abgespielt werden. Beim Brennen von CDs und DVDs kam Brasero zum Einsatz. Als ICQ-Client war Pidgin installiert, als Bildschirmschoner wurde XScreenSaver benutzt, der bevorzugte Dateimanager war Thunar.

Noch in der ausschließlich auf i386 lauffähigen MDVL Version wurde Thunar später weitgehend durch VIFM ersetzt.

MDVL 64

Mit dem Kauf eines neuen Systemes, welches dank 6 GiB Arbeitsspeicher dringend auf 64 Bit angewiesen war, damit ein einzelnes Programm auch einen beliebig großen Teil davon addressieren konnte, musste MDVL komplett auf 64 Bit portiert werden. Dazu wurde Ubuntu neuinstalliert und alle Ma_Sys.ma Eränzungen nach und nach vorgenommen. Es ist zu erwähnen, dass dadurch die 32 Bit Version nicht mehr richtig gewartet wurde – die beiden Systeme entwickelten sich auseinander und Neuerungen aus MDVL 64 wurden nicht nach MDVL 32 übernommen. Dies war ein weiterer äußerst schwerwiegender Grund gegen den Einsatz von Remastersys als einziges Sicherungssystem – mit Remastersys konnte man nämlich nicht einfach Updates abbilden.

Mit dem Umstieg auf MDVL 64 musste erstmals das Gnome Fenstersystem deinstaliert werden, um auf der DVD genügend Platz zu schaffen.

Debian MDVL

Seit dem das Ma_Sys.ma auf eine 64 Bit Ubuntu Version umgestiegen war, gab es jede Menge Probleme. Der immer problematischer werdende OSS4-Support von Ubuntu, wobei OSS4 für Descent 3 dringend benötigt wurde, gab schließlich den Ausschlag für den Umstieg auf das Ubuntu-ähnliche Debian.

Dabei wurde die stable Version (damals Squeeze) gewählt, die vom Ma_Sys.ma dann um einige neuere Programme (damals Iceweasel 9.0.1 und Wine) ergänzt wurde. Wie in einigen MDVL Vorversionen, war auch das Programm mdadm wieder dabei, mit dem man RAID-Systeme einrichten konnte.

Duch den Wechsel auf Debian gab es nun statt Firefox und Thunderbird eben Iceweasel und Icedove, das JDK7 war – weil es auch in Debian fehlte – nicht enthalten. Mit Hilfe von Listen aus dem mittlerweile nicht mehr in der Ma_Sys.ma PDF enthaltenen Kapitel Konfigurationsdateien und Listen, ließen sich aber alle benötigten Programme wieder installieren.

In Debian MDVL tauchte ein vorher schon bei Ubuntu beim Einsatz des Gnome Desktops beobachtetes Problem wieder auf, bei dem beim Beenden alle Java Prozesse nicht korrekt mit SIGTERM beendet werden, wodurch die Zeiten nicht korrekt gespeichert werden konnten. Diesmal wurde es jedoch sauber behoben, indem es nun für MDVL ein eigenes Shutdown-Script namens mahalt gab.

Alle neueren Versionen von MDVL sind automatisch als Debian MDVL zu verstehen. Nachträglich kann man zur besseren Unterscheidung von den alten Versionen, diese mit Ubuntu MDVL bezeichnen. Außerdem ist bei der Namensgebung zu beachten, dass MDVL 64 und MDVL64 (einmal mit und einmal ohne zusätzliches Leerzeichen) komplett austauschbar verwendbar sind. Die Schreibweise ohne Leerzeichen ist jedoch etwas neuer.

Debian MDVL in Packages

Datensicherungen liefen seit langem über Scripte und das System wurde nicht als Image der Festplatte, sondern mit Remastersys (einem nicht vom Ma_Sys.ma gemachten Script zum Generieren einer Live-DVD aus dem momentanen System) als Live-DVD gesichert. Dabei war aber das Problem entstanden, dass Konfigurationen auf Computern, die nicht das Hauptsystem waren immer veraltet waren und nur durch eine Neuinstallation erneuert werden konnten. Besonders schwerwiegend war natürlich, dass MDVL32 und MDVL64 immer getrennt betrachtet wurden, obwohl beide das Ziel hatten ein von der Benutzung her identisches System zu sein. Das war der Hauptgrund, eine schon lange überlegte Alternative zu finden. Früher hatte es die Idee gegeben, ein Script zu schreiben, mit dem man ein laufendes System in ein MDVL transformieren können sollte, was sich aber als äußerst schwer zu warten herausstellte und das Update-Problem nicht löste.

Daher wurde nach einigem Überlegen beschlossen, das Debian Packaging System zu verwenden, um alle Systeme auf dem neusten Stand zu halten, wofür das Ma_Sys.ma das Script mdpc, das Ma_Sys.ma Debian Packaging Control Script entwickelte. Mit mdpc ließen sich alle Pakete über einfache Parameter aktualisieren, sodass sie auf allen MDVL-Computern beim normalen Systemupdate eingespielt wurden. Damit wurde erstmalig die aktive Wartung von MDVL32 wieder aufgenommen, sodass es von MDVL aktuelle DVDs für beide Architekturen gab.

Im Zuge von MDVL in Packages wurden einige Scripte entwickelt und die vorher vorhandene /opt/ma-Struktur aufgelöst. Statt dessen wurden MDVL-Scripte jetzt an korrekte Stellen wie /usr/bin geschrieben. Zusätzlich konnten vorher immer manuell zu installierende Pakete jetzt in das Ma_Sys.ma Repository eingefügt und so zentral verwaltet werden.

Die Umstellung kostete viel Zeit, fing aber bald an, sich zu rentieren. Durch eine geschickte Kombination aus Automatisierung und manuelles Erzeugen von Packages und viele Metapackages (die nur aus Abhängigkeiten bestehen) konnte MDVL effektiv in Packages abgebildet werden. Die alten Programmlisten wurden prinzipiell überflüssig und eine saubere Neuinstallation war jederzeit möglich – dannach musste nur die Package mdvl-all aus dem MDVL-Repository installiert werden, um wieder ein funktionierendes System zu haben. Als wichtiger Nebeneffekt kann damit von Jetzt an jede Änderung gegenüber einem normalen Debian über die zuständigen Packages zurückverfolgt werden.

Die Ergebnisse wurden, wie auch das ursprüngliche Konzept, auf der Debian Mailingliste debian-user veröffentlicht: https://lists.debian.org/debian-user/2013/08/msg00042.html


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